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Idee von markusfrenzel am 09.12.2025 um 12:10 Uhr
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Kleiner Erfahrungsbericht (Linie RB 36)

Ich versuche es mal mit einem kleinen Erfahrungsbericht, welcher wahrscheinlich viele Fragen und Ideenvorschläge aus der Einladungsmail aufgreift.

Bis 2019 war es in Vahldorf (Linie RB 36) recht gut gelöst. Wie überall hielten die Busse vom SEV direkt am Bahnhof. Zu DDR Zeiten hielten sie noch oben auf der B71, was ja aus Sicherheitsgründen nicht mehr möglich ist. Seit der Wende wurde im Falle eines SEV der Bahnhof/Haltepunkt direkt angefahren. Niemand verpasste den Bus, alle bekamen es mit. Doch dann wurde 2019 die SEV Haltestelle verlegt, seitdem fahren die Busse von der Bushaltestelle unten im Dorf ab.

Wenn denn wenigstens an der Haltestelle immer ein Ersatzfahrplan aushängen würde und auch so frühzeitig Informationen über den SEV vorhanden wären, so wäre dies erst einmal kein Problem. Zwar ein etwas längerer Weg, aber Hauptsache der Bus fährt und wir wissen bescheid.

Doch nun geht es los. Die Haltestelle existiert ja nur für den Schulbus und ist ziemlich versteckt, aus Busfahrersicht versteckt. Die Straße bzw. die Zufahrten sind eng. Ein Ersatzplan ist an der Haltestelle nicht ausgehängt, der hängt dann eben am Bahnhof. 

Dies führt regelmäßig dazu dass wir eigentlich bei einem SEV nie wissen fährt der Bus und von wo fährt er. 

Für Leute die selten mit der Bahn fahren wird es zudem sehr frustrierend wenn sie zum Bahnhof gehen (nebenbei gesagt immer noch eine Dauerbaustelle) und dort dann sehen dass ja gar kein Zug fährt. Also laufen sie zurück ins Dorf, doch dann ist der Bus längst weg. So denn überhaupt einer kam. Manchmal dauert es dann eben auch einige Zeit bis sich alles eingespielt hat und die Busfahrer die Haltestelle gefunden haben.

Ich weiss nicht ob es Zufall ist, oder ob da einfach die Busfahrer sehr pragmatisch vorgehen und fahrgastfreundlich mitdenken. Bei kurzfristigen SEV Einsätzen (was ja immer mal vorkommen kann), fährt der erste Bus zum Bahnhof hoch und dann weiss man bescheid dass SEV ist, alle weiteren Busse des Tages halten an der Haltestelle.

Das aufgrund der Bauarbeiten die Wendemöglichkeiten am Bahnhof sehr beschränkt bis kaum vorhanden sind, würde zumindest die temporäre Verlegung der SEV Haltestelle erklären. Doch diese wurde ja schon lange vor Beginn der Dauerbaustelle verlegt und wahrscheinlich wird sie auch in Zukunft weiterhin unten im Dorf bleiben.

Ähnlich schaut es in Groß Ammensleben aus. Auch hier wird seit Jahren ebenfalls nicht mehr der Bahnhof angefahren, sondern die Bushaltestelle. Dies ist in meinen Augen einfach fahrgastunfreundlich.

Auch hier kann ich die Entscheidung der Haltestellenverlegung durchaus nachvollziehen, denn zeitweise wurden im SEV Gelenkbusse eingesetzt und das funktioniert einfach nicht auf Strecken durch die Dörfer. Genauso wie es auch mit großen Reisebussen nicht funktioniert. Dazu sind die Straßen einfach viel zu eng.

Der nächste Punkt ist der Einsatz von Personal ohne Ortskenntnisse. Ich möchte dies den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nicht vorwerfen, denn sie leiden ja genauso darunter wie die Fahrgäste. Sie wissen oft nicht wo sich die Haltestellen befinden, sie wissen oft nicht welcher Ort als nächstes angefahren wird. War früher auch mal anders, da wurde dann Bahnpersonal aus der Region eingesetzt und vor allen Personal was auch sonst immer auf den Strecken unterwegs ist. 

Heute müssen die “Nordlichter” im Süden fahren und die aus dem Süden des Landes sind im Norden unterwegs. 

Doch um überhaupt mit einem Bus im SEV fahren zu können, braucht es ja auch oft einen Fahrplan. Gut ich kann mich auch einfach an die Haltestelle oder den Bahnhof stellen und mich überraschen lassen, doch ich möchte mich im Vorfeld dann doch irgendwie informieren, auch damit die Fahrten planen kann. Dazu gehört dann auch ein gut lesbarer und vor allen nützlicher SEV Plan.

Die heutigen Pläne werfen oft mehr Fragen auf als sie welche beantworten und sie sind einfach nicht mehr lesbar und barrierefrei. 

Ein bisschen hat zwar Start Mitteldeutschland zum Beispiel auf Kritik gehört und die pdf-Varianten etwas angepasst. Nun sind beide Fahrtrichtungen nicht mehr auf einer Seite sichtbar, sondern werden jeweils getrennt aufgeführt. Also ist der Fahrplan im pdf-Format nun auch wieder bei einer normalen Zoomstufe von 100% lesbar. Bei der Variante im Herbst musste ich auf 150% gehen um die Abfahrtzeiten erkennen zu können. Doch ausgedruckt, hmm? Hier sollte in Zukunft der Fahrplan auf 4 statt 2 Seiten aufgeteilt werden. 

Warum drucke ich so einen Fahrplan aus? Dies mache ich nicht für mich, sondern für andere Leute die eben keinen Zugang zu den Auskunftsystemen haben, die sich darauf verlassen dass ein Ersatzfahrplan so wie früher aushängt oder zumindest in größeren Bahnhöfen wie Haldensleben ausgelegt wird. Da wurden dann auch nur die pdf-Daten ausgedruckt und weitergereicht. 

Aber auch ich nutze dann doch gerne einen ausgedruckten Plan, weil es für mich dann auch übersichtlicher ist, ich ihn immer dabei haben kann, ja Smartphone ist auch dabei, aber ein Zettel ist schneller vorgeholt als erst alles auf dem Phone suchen zu müssen. 

 

Was sollte sich also ändern, verbessern?

  1. Nach Abschluss der Bauarbeiten in Vahldorf, welche hoffentlich irgendwann im kommenden Jahr beendet sind, sollte die SEV Haltestelle wieder zum Bahnhof verlegt werden. Auch der Bahnhof Groß Ammensleben sollte wieder direkt angefahren werden. 
  2. Dann darauf achten dass passende Busse eingesetzt werden, auf Gelenkbusse verzichten, auch wenn diese natürlich mehr Platz bedeuten. Aber sie sind einfach nicht für Routen über die Dörfer geeignet. 
  3. In den Bussen sollten auf jeden Fall auch wieder die Zugbegleiterinnen und Zugbegleiter mitfahren und falls nicht möglich sollten diese zumindest an Bahnhöfen Magdeburg, Haldensleben und ggf. der Endhaltestelle vom SEV vor Ort sein um Reisende weiterzuhelfen. 
  4. Fahrpläne wieder im barrierefreien und sehfreundlichen Format anbieten, auch darauf achten dass diese weniger verwirrend sind. Bei größeren, länger geplanten Baustellen sollten die Informationen auch zeitnah erfolgen. Ich bin manchmal überrascht wenn ich so in die Infosysteme für die EVU schaue und kommende Streckensperrungen sehe und dann schaue bei Start Mitteldeutschland, der DB nach und da gibt es noch gar keine Informationen. Start Mitteldeutschland führt zwar seit einiger Zeit eine kleine Liste mit geplanten Baumaßnahmen, doch über die Sperrungen und den SEV wird dann erst kurzfristig informiert. 

 
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