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Idee von zugfan_2018 am 19.12.2025 um 8:48 Uhr
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RB 36/RE 6: Unzureichende Planung und Ausführung des SEV + Intransparente Kommunikation

Gerne möchte ich an dieser Stelle auch etwas zum Thema "Ersatzverkehr" beitragen.

Insbesondere möchte ich hier die völlig unzureichende Planung und Ausführung des im Oktober eingerichteten
Schienenersatzverkehrs auf der Strecke der RB 36/ RE 6 zwischen Flechtingen und
Barleben (- Magdeburg) thematisieren. Es verkehrte stündlich ein Ersatzverkehr mit Solobussen zwischen Flechtingen und Barleben, wo jeweils Umstieg zum Zugverkehr bestand. Gefahren wurde zumindest bei den von mir begleiteten Fahrten mit einem Solobus. Leider spiegelte dieses Angebot in keiner Weise den verkehrlichen Bedarf wieder, weil insbesondere auf Nachfragespitzen im Berufsverkehr (z.B. zusätzliche RE 6 Verkehre zwischen Haldensleben und Magdeburg) kaum und völlig ungenügend eingegangen wurde. Dies führte zur täglichen Überfüllung der zwischen Magdeburg und Haldensleben parallel verkehrenden Plusbus Linie 100, da diese deutlich schneller als die Kombination aus SEV und Zug mit Umstieg in Barleben war.

Einen Aspekt zum Thema missglückte Kommunikation möchte ich ausdrücklich hervorheben.

Gemäß des angedachten Konzeptes sollte zusätzlich zum Grundtakt, ein ganzer zusätzlicher Direktbus am Morgen zwischen Haldensleben und Magdeburg mit Halt in Barleben (Bus RE 6 (11293)) fahren, um den morgendlichen Schüler- und Berufsverkehr zumindest halbwegs abzufedern.

Am ersten Tag ist die besagte Fahrt ersatzlos und ohne Begründung ausgefallen. An diesem Tag wurde dieser Bus noch offiziell für die ganze Woche (Montag-Freitag) beauskunftet. Später wurde dieser Bus klammheimlich, still und leise aus den öffentlichen Fahrplanauskünften entfernt und erst für den letzten Wochentag, an dem der SEV bestand, wieder richtig eingelegt. Einen Tag lang war die Fahrt schlicht falsch zwischen Vahldorf und Magdeburg eingelegt und wurde so logischerweise nicht beauskunftet. An den anderen Tagen wurde Sie gar nicht beauskunftet. Durch diese ständigen Änderungen waren die Auskunftssysteme (DB Navigator, INSA etc.) teilweise mit unterschiedlichen Daten gespeist. Eine derartige Intransparenz ist für die Fahrgäste absolut unzumutbar.

Aus dem Ausfall des besagten SEV Busses ergab sich eine Überbesetzung des parallel verkehrenden Plusbus 100, welcher um 06:54 Uhr von Haldensleben ZOB, kommend aus Salzwedel, Richtung Magdeburg abfährt. Täglich mussten Fahrgäste in Haldensleben zurückgelassen werden. Der Bus war an allen Tagen von ganz hinten bis vorne zur Frontscheibe im Gang voll mit stehenden Fahrgästen, dicht aneinander gedrängt. Dies beeinträchtigte die Betriebsqualität des Plusbus 100 erheblich. Durch die massive Verspätung der Fahrt nach Magdeburg (lange Fahrgastwechselzeiten, Verkehrsstau etc.) und der gesetzlichen Notwendigkeit einer mindestens 45 Minuten umfassenden Lenkzeitunterbrechung beim Fahrpersonal in Magdeburg konnte die Folgefahrt um
08:28 Uhr ab Magdeburg ZOB oft auch erst mit Verspätung begonnen werden.

Ich habe bereits damals alle Beteiligten auf diese Situation aufmerksam gemacht. Die teilweise erst Wochen später erhaltenen Antworten enthielten neben den typischen Floskeln und gegenseitigen Schuldzuweisungen auch interessante Informationen. Regionalverkehre Start Mitteldeutschland antworte, dass Sie besagte Direktbusfahrt morgens nicht kennen würden, laut Aussage der NASA habe Start Mitteldeutschland dem Aufgabenträger aber versichert, dass die nicht beauskunftete Fahrt (die Start ja laut eigener Aussage nicht kennen würde) gefahren sei. Kurz gesagt: Keiner hat den Durchblick. Die Auswirkungen von dieser völlig missglückten Planung und Kommunikation müssen die zahlreichen Fahrgäste ausbaden.

Was kann man daraus nun lernen:

Für zukünftige Schienenersatzverkehre auf der Strecke zwischen Magdeburg - Haldensleben - Oebisfelde - Wolfsburg, aber auch auf anderen Achsen, sollte proaktiv und im gemeinsamen Dialog zwischen EVU und Aufgabenträger ein SEV-Konzept erarbeitet werden, welches:

  1. Sich an den realen verkehrlichen Bedarfen orientiert (Stichwort: Direktverkehre Magdeburg - Haldensleben, Berücksichtigung von Nachfragespitzen im Berufsverkehr)
  2. Die Auswirkungen auf weitere parallel verkehrende Linien berücksichtigt und auch dort, wo notwendig, die Kapazitäten angepasst werden (Hier z.B.: Plusbus 100 und 601)
  3. Transparent den Fahrgästen kommuniziert wird (ausreichender Vorlauf, kein einfaches Herausnehmen von bereits beauskunfteten Fahrten ohne entsprechende Information) → einheitliche Kommunikation in allen Fahrplanauskünften

Ein Schienenersatzverkehr kommt nicht von heute auf morgen, aber auf jeder Strecke irgendwann einmal. Also ist hier eine proaktive Planung auch bestens möglich. Man kann nur hoffen, dass alle Beteiligten dieses Feedback konstruktiv aufarbeiten und es nicht in irgendeinen digitalen Mülleimer verschwindet. 

 
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