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Idee von
ErichU
am 09.12.2025 um 17:53 Uhr
4 Kommentare
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Abstimmung und Kommunikation sind alles
Hallo,
grundsätzlich fällt mir immer wieder auf, wie gut SEV in manchen Nachbarländern Deutschlands funktioniert (selbst erlebt in Tschechien und der Schweiz).
Die Gelingensgrundlagen sind in meinen Augen:
- Abstimmung von Zügen und SEV-Bussen durch eine zentrale Leitstelle, sodass man nicht auch noch Anschlüsse verpasst, wenn man eh meist schon durch den SEV eine Stunde Zeit verliert. Bsp.: Letztes Jahr war auch schonmal SEV Möser - Biederitz (RE1 und RB40). Der RE1 aus Berlin hatte +10, der SEV fuhr pünktlich und leer los. Alle aus dem RE1 quetschten sich dann in den RB40-SEV, der dafür natürlich nicht ausgelegt war. Hier müsste eine Leitstelle agieren, die den Busfahrer anweist, zu warten.
- Begleitung des SEV durch Zugbegleitpersonal: Wird in Tschechien fast immer so gehandhabt, der Zugbegleiter steigt einfach mit um. Er/sie sorgt für Koordination, kann Reisenden helfen, sie beraten, schaut, dass alle mitkommen usw. Und wenn mal was schiefläuft, kann er/sie zumindest mal die Leitstelle anrufen und z.B. veranlassen, dass ein Zug ggf. einige Minuten auf den Bus wartet, oder umgekehrt.
- gute und klare Haltestellenkommunikation im Bus und Informationen zu Anschlüssen wurde schon genannt, sind aber wirklich wichtig.
- realistisch kalkulierte Fahrzeiten der Busse: Zu oft können die Busse die geplanten SEV-Fahrzeiten nicht halten → Folge: Noch eine weitere Stunde Zeitverlust bei Umstiegsreisenden.
- Ortskunde-Einweisungen für Personal: Ich hatte es auf meiner täglichen Pendelstrecke auch schon mehrfach, dass ich im Dunklen vorne beim Busfahrer saß, und ihm erklären musste, wie er fahren muss, um die jeweilige SEV-Haltestelle zu erreichen und dann schnellstmöglich wieder auf die Hauptstraße kommt. Er war die Route noch nie gefahren und hatte offenbar auch keinerlei Plan, wo die Haltestellen liegen.
- Evaluation des SEV durch EVU, Besteller und Busunternehmen: Wäre m.E. sinnvoll. Ich hätte aber noch nie davon gehört. Also: Untersuchen, wie die Kommunikation und Durchführung funktioniert haben. Dazu gehört auch, dass EVU z.B. klarstellen können, wenn sie unzufrieden mit dem SEV-Unternehmen sind. Ich hatte z.B. schon mehrfach miterlebt, wie ein Busfahrer eines Unternehmens aus dem Norden Sachsen-Anhalts hemmungslos Reisende und Bahnmitarbeiter beschimpfte, anscheinend folgenlos für ihn. Auch solche Dinge sollten dann zur Sprache kommen.
- Mein persönliches Fazit ist aber immer wieder auch: Wenn alle Akteure in einem SEV (vor Ort: Zugbegleitpersonal, Triebfahrzeugführer, Fahrdienstleiter, Busfahrer und Reisendenlenker aber auch die Reisenden selbst, im Büro: Planer, Leitstellen usw.) einfach ein bisschen mitdenken würden, liefe vieles besser. Wenn alle stumpf “Dienst nach Vorschrift” machen, geht vieles daneben. Aber schon ein einziger Busfahrer, der mal schaltet, dass man z.B. mal in die App schaut, ob und wieviel der Zug Verspätung hat und dann wartet, kann die Laune des Reisenden retten.
Just my two cents. Mir fiele bei längerem Nachdenken sicher noch mehr ein.
Grüße
ErichU
Pferd Bussard | 18.12.2025 20:24 Uhr
Stimmt fast alles, nur der Punkt SEV-Fahrzeiten, zu knapp oder viel zu viel Reserve, muss am jeweiligen konkreten Einzelfall. Im ländlichen Raum sind 1/3-Fahrzeitzuschlag für SEV zu den Kartendienstwerten hinzu meist fatal für Fahrgast und zu erreichende Züge.
Statt Begleitung im Bus, wäre gerade bei mehrere Strecken und Linien betreffenden umfassenden Massnahmen auch eine vor Ort koordinierende und Busfahrer wie Zugpersonal anweisende Lenkungskraft sehr hilfreich. Derzeit z.B. in Osterburg, kurzer Übergang zu/von SEV-Linie T bei verspäteter Ankunft von S1 und seit Montag eigentlich fahren sollender RB33.
Statt Begleitung im Bus, wäre gerade bei mehrere Strecken und Linien betreffenden umfassenden Massnahmen auch eine vor Ort koordinierende und Busfahrer wie Zugpersonal anweisende Lenkungskraft sehr hilfreich. Derzeit z.B. in Osterburg, kurzer Übergang zu/von SEV-Linie T bei verspäteter Ankunft von S1 und seit Montag eigentlich fahren sollender RB33.
Bergmann | 18.12.2025 17:00 Uhr
Hallo,
dem ist nichts mehr hinzuzüfügen.
Bin Berufspendler Strecke Halberstadt-Wernigerode-Goslar.
Bei Zugausfällen kaum Infos bzw. zu lange Reaktionszeit bis Schienenersatzverkehr eingeführt ist.
Man fühlt sich trotz Kontaktanruf nicht als Kunde leider :(
dem ist nichts mehr hinzuzüfügen.
Bin Berufspendler Strecke Halberstadt-Wernigerode-Goslar.
Bei Zugausfällen kaum Infos bzw. zu lange Reaktionszeit bis Schienenersatzverkehr eingeführt ist.
Man fühlt sich trotz Kontaktanruf nicht als Kunde leider :(
RöllichG | 11.12.2025 22:32 Uhr
Ja so ist es.
> In Tschechien gehen die Zugbegleiter mit zum SEV und fahren auch mit. Erfahrung im Sommer 2025, Raum Liberec.
> Und Busfahrer des SEV, die sich nicht auskennen, gibt es hier auch. Kürzlich ist in Biederitz der SEV-Bus an ca. 20 Wartenden vorbeigefahren und hat erst nach 50 Metern gehalten. Da trennt sich der Haufen zwischen Läufern und Gehbehinderten ganz schnell. Lustig.
In Biederitz war die Ausschilderung des SEV (seit September bis heute) vom Bahnsteig bis zur Straße zwar vorhanden, aber nur die kleinen violetten Permanent-Piktogramme. Die werden doch von vielen, die nicht regelmäßig den Umstieg nutzen im ersten Anlauf übersehen. Also es gab viele, die im Fussgängertunnel erst mal falsch gelaufen sind.
> In Tschechien gehen die Zugbegleiter mit zum SEV und fahren auch mit. Erfahrung im Sommer 2025, Raum Liberec.
> Und Busfahrer des SEV, die sich nicht auskennen, gibt es hier auch. Kürzlich ist in Biederitz der SEV-Bus an ca. 20 Wartenden vorbeigefahren und hat erst nach 50 Metern gehalten. Da trennt sich der Haufen zwischen Läufern und Gehbehinderten ganz schnell. Lustig.
In Biederitz war die Ausschilderung des SEV (seit September bis heute) vom Bahnsteig bis zur Straße zwar vorhanden, aber nur die kleinen violetten Permanent-Piktogramme. Die werden doch von vielen, die nicht regelmäßig den Umstieg nutzen im ersten Anlauf übersehen. Also es gab viele, die im Fussgängertunnel erst mal falsch gelaufen sind.
Beförderungsfall LHWU | 09.12.2025 23:05 Uhr
Dem gibt es nichts hinzu zufügen. Genau so ist es.