Eure Idee:
Anschlüsse sicherer machen
Nur fünf Minuten Umsteigezeit? Klar, dass da schon die kleinste Verspätung den Puls in die Höhe treibt. Einige von euch haben deshalb gefragt, ob wir die Anschlüsse nicht großzügiger planen könnten. Als Beispiele wurden Anschlüsse in Wolfsburg, Stendal und Leinefelde genannt. Auch die Anschlüsse in Halberstadt am späten Abend, der Übergang in Quedlinburg zur Selketalbahn, ein Bus-Bahn-Anschluss in Hettstedt sowie die Berücksichtigung des Nachtverkehrs der MVB wurden angesprochen.
Das machen wir draus:
Die Planung der Anschlüsse gleicht für uns oft einem Spagat. Wir versuchen, die Fahrpläne so zu stricken, dass ihr sowohl am Start- als auch am Zielbahnhof die wichtigsten Anschlüsse erreicht. Manchmal geht das nur mit Biegen und Brechen. Wenn die Gelenke zu steif oder die Beine zu kurz sind, wird es eng. Manchmal sogar an beiden Enden der Strecke. Die Gründe liegen oft in der Infrastruktur: eingleisige Strecken mit eingeschränkten Kreuzungsmöglichkeiten oder fehlender Ausbau für höhere Geschwindigkeiten. Vielerorts sind Verbesserungen durch geplante Streckenausbauten, neue Fahrplankonzepte oder beides in Sicht. Ansonsten sind in den Fahrplänen natürlich Pufferzeiten eingeplant.
Auf einige Hinweise wollen wir konkret eingehen:
- 22-Uhr-Knoten in Halberstadt zu knapp: Hier gab es den Wunsch, den RE von Halberstadt nach Thale erst um 22.08 Uhr abfahren zu lassen. Das wollen sich unsere Planer noch einmal in Ruhe anschauen. Sie haben uns aber schon zurückgemeldet, dass an der heutigen Abfahrtszeit auch noch weitere Anschlüsse dranhängen. Perspektivisch könnte es eine Lösung geben; diese hängt aber am Netzausbau.
- Anschluss RB35 in Wolfsburg von/nach RE30/50 zu knapp: Hier können wir aktuell nichts ändern. Der Fahrplan wird bestimmt durch die eingleisigen Strecken und infrastrukturelle Randbedingungen im Knoten Stendal. Der Zustand bleibt also bis Ende 2026 erst einmal unverändert. Danach könnten sich durch die geplante Elektrifizierung des Teilabschnitts Stendal - Gardelegen neue Möglichkeiten ergeben.
- Anschluss in Wolfsburg vom ICE auf RB36 abends nicht vorgesehen: Der Fahrplan der RB36 wird maßgeblich von der Eingleisigkeit der Strecke bestimmt. Er berücksichtigt bereits etliche Wünsche, die in den letzten Jahren an uns herangetragen wurden. Verschiebungen von Fahrlagen sind nahezu unmöglich, ohne dass das ganze Konzept zusammenbricht. Eine Systematisierung des Angebots ist erst nach Ausbau und Elektrifizierung der Strecke angedacht.
- Anschluss in Quedlinburg vom RE21 auf Selketalbahn zu knapp: Die Umsteigezeit beträgt 7 Minuten, außerdem gibt es noch Puffer im Fahrplan und eine Regelung zur Anschlusssicherung. Die HSB kann aber nicht ewig auf verspätete Züge warten.
- Anschlüsse in Stendal knapp bzw. zu lang: Nachdem auf der Relation von Uelzen in Richtung Berlin bereits die kürzlich erfolgte Verlängerung des RE4 nach Stendal für Entspannung sorgt, sind weitere Verbesserungen ab Dezember 2025 geplant. Der Anschluss von Osterburg nach Berlin ist in der Tat nicht optimal, alternativ gibt es aber Verbindungen mit Umstieg in Wittenberge. Die langen Übergangszeiten von Gardelegen zum Fernverkehr nach Berlin sind ein bekanntes Problem. Eine Lösung ist hier erst nach dem geplanten Streckenausbau denkbar. Die Einrichtung eines Anschlusses von der RB35 aus Wolfsburg auf den RE4 nach Berlin würde zulasten anderer Anschlüsse (z. B. nach Magdeburg) gehen. Außerdem würde sich durch eine Verschiebung der RB35 der Takt zwischen Oebisfelde und Wolfsburg verschlechtern.
- Anschluss Halle > Leinefelde > Göttingen: Hier wird es ab Dezember 2025 ein neues Fahrplankonzept geben, wodurch in Leinefelde eine Umsteigezeit von ungefähr 30 Minuten angeboten werden kann.
- Berücksichtigung des Nachttreffens in Magdeburg: Das Nachttreffen wird bereits in den Fahrplänen vieler Bahnlinien berücksichtigt. Da die MVB-Haltestelle unter den Bahnhofsbrücken von den Nachtbussen und -straßenbahnen aber nicht angesteuert wird, ergeben sich etwas längere Fußwege zur Haltestelle am maritim-Hotel. Aktuell sehen wir beim Bahnfahrplan wenig Potenzial für Verbesserungen. Bei der nächsten Umgestaltung des MVB-Nachttreffens werden wir uns aber alles noch einmal gemeinsam mit den MVB ansehen.
- Anschluss vom Bus aus Siersleben in Hettstedt zum RE10 nach Sangerhausen klappt morgens nicht: Die morgendliche Fahrlage des RE10 nach Sangerhausen ist ein Kompromiss, um im Zweistundentakt die Pendlerzeitn bestmöglich abzudecken. Die normale Abfahrt im Takt wäre eigentlich noch früher um 5.19 Uhr, was die Verbindung auch nicht ermöglichen würde.